Die Ännie Situation

Archive for April 2010

BoloSituation

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Ich hatte vor ziemlich genau zwanzig(?OMG!) Jahren das Glück, bei einem Besuch in Norditalien, das Kochen von Ragù zu erlernen.Und zwar von Giovannis Nonna, Maria. Später war ich des Öfteren in Süditalien, wo ich von einer ganz anderen Oma Maria andere Rezepte abgucken durfte. Glückliche Ännie, lernt man doch so viel besser als aus Kochbüchern…

Photo by ascafon

Hier möchte ich allerdings über MEIN Ragù (von Freunden und Familie liebevoll ‚Bolo‘ genannt) schreiben. Das Wichtigste bei der Zubereitung von Bolo ist Zeit und Geduld. Und die richtige Stimmung. Richtig perfekt wird sie bei mir nur in extremen Gemütszuständen – entweder mit Wut oder Stress, oder im Glück. Einfach so gekocht, gleicht sie eher dem Pamp den meine Tante früher immer ‚Soße Bologneser Art‘ nannte (und zudem noch mit viel zu weich gekochten Eiernudeln servierte).

Von Oma Maria weiß ich erstens, daß die Grundzutaten für ein gutes Ragù zumeist sehr ähnlich sind, aber jede HausFrau in Italien ihre eigene Variante entwickelt. Und zweitens, daß es nur dann gut werden kann, wenn man eine ordentliche Portion kocht. Mit ordentlich meine ich eine Menge, mit der man locker dreizehn Personen satt bekommt. Meine Variante geht so:

Als erstes putze ich  Möhren, Zwiebeln, Fenchelknolle,Sellerie und Knoblauch und hacke alles in sehr, sehr kleine Würfel. Je kleiner, desto besser! Dann nehme ich der Einfachheit halber Rinderhackfleisch(ursprünglicher wird es mit Rindfleisch aus der Schulter) und brate es in Olivenöl so lange an, bis es krümelt. Dann kommt das ganze gehackte Gemüse dazu.  Wenn das alles anfängt zu rösten und zu duften gebe ich einige Sardellenfilets hinzu. Kurz vor dem Anbrand lösche ich großzügig mit kräftigem Rotwein ab. Ein wenig Tomatenmark schadet jetzt definitiv nicht. Als nächstes kommen Dosentomaten hinzu, aber nicht einfach aus der Dose gekippt, erst die harten Strünke entfernt und die Tomaten ein bißchen zerquetschen! Ein großer Löffel Zucker kommt jetzt in den Topf. Unbedingt notwendig sind frische Kräuter – Rosmarin, Basilikum, Oregano und Salbei werden gewaschen und mit Stengel und Stiel zum Ragù gegeben.

Einmal aufgekocht zügle ich die Temperatur auf mildes Köcheln und dann gilt es zu warten. Ab und an rühre ich mal um, damit nichts festbackt. Vor dem Schlafengehen schalte ich den Herd aus, aber lasse den Topf da, wo er ist – am nächsten Morgen schalte ich den Herd wieder an. Jawohl: Soo lange muß ein gutes Ragù köcheln! Am Nachmittag kann man die Reste der Kräuter aus dem Topf angeln und das Ganze mit Pfeffer, Salz und etwas Balsamico abschmecken. Fertig.

Ich mag am liebsten Gemelli,Cellentani oder Casarecce dazu. Und ich finde es unanständig, Parmiggiano über die Bolo zu streuen.

Written by Ännie

22. April 2010 at 11:43

#rp10Situation

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Das war also meine erste re:publica!

Ich bin mitnichten aus purem Interesse für die paar Tage nach Berlin gefahren; ich bin sozusagen mitgenommen worden. Allerdings wußte ich schon im Vorhinein, daß ich einige Freunde und Bekannte dort treffen würde. Abgesehen davon, habe ich mich riesig gefreut, ganz alte Freunde wiederzusehen.

Über die re:publica selbst kann man gerne hier, hier oder sonstwo lesen. Ich habe natürlich auch einige Vorträge und Workshops mitgenommen, aber viel mehr beeindruckt haben mich die Gespräche, Kaffees und gemeinsamen Essen zwischen den Sessions. Durch die häufige Überfüllung von Räumen, gab es viel Zeit zum Warten und Leute treffen. Das Hinundher zwischen dem Friedrichstadtpalast und der Kalkscheune hätte mit ein bißchen Sonne noch netter sein können (ich habe so gefroren!), aber es gab immer die Gelegenheit für ein Gespräch mit freundlichen Menschen. Naklar, es wirkt immer noch manchmal ziemlich befremdlich auf mich, wenn um mich herum fast jeder ein aufgeklapptes Notebook auf den Knien hat oder zumindest in ein Telephon guckt, aber in Berlin ist mir endgültig klargeworden, daß es sich dabei nicht um Ignoranz oder Desinteresse handelt. Ich habe jedenfalls nicht erlebt, daß jemand einem „echten“ Gespräch oder dem Zusammenstehen in kleiner Runde, nicht den Vorzug gegeben hätte.

Ich bin jedenfalls mit enorm vielen neuen Eindrücken nach Köln zurückgekehrt.Ich habe verschiedene Dinge gelernt, extrem gut gegessen (mit einer beeindruckend netten NerdTruppe), gestaunt, gelacht, Entschlüsse gefasst, großen Spaß und Plaudereien gehabt, eine reizende Trattoria entdeckt, viel KaffeeClubMateundBier getrunken, mich gewundert,  und eine schöne Zeit gehabt!

(Eine der lustigsten Situationen auf der re:publica! Danke, Nils.)

Written by Ännie

19. April 2010 at 11:06

Veröffentlicht in MetaSituationen

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